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- Reisebericht (34)
- 29.7.2011: Dieser Blog ist umgezogen!
- 12.12.2010: Weihnachtsgrüße
- 6.8.2010: Zum Nationalpark Richtersfeld
- 29.7.2010: Ai-Ais und Fishrivercanyon
- 29.7.2010: Nachtrag zu Goamus
- 28.7.2010: Drei Tage auf Goamus
- 23.7.2010: Entspannung pur im Berghaus
- 20.7.2010: Windhoek Autoservice und ein netter Doktor
- 19.7.2010: Oppieklippe und Abschied der Enkel
- 16.7.2010: Ombili
Reisebericht
Verfasser-Archiv
Zum Nationalpark Richtersfeld
6.8.2010 von Helga.
Durch immer wieder neue langgestreckte Täler fahren wir Richtung Nordoewer.
Und von da aus geht es weiter Richtung Rosh Pinah. Da es aber bereits zu spät ist, suchen wir erstmal einen Platz zum Übernachten. Direkt am Oranje finden wir ein Camp, das uns so gut gefällt, dass wir 2 Tage dort bleiben.

Dann machen wir uns auf, weiter Richtung Rosh Pinah, wo wir für den Fall der Fälle einen neuen Reservereifen kaufen müssen. Mit nur einem Reservereifen durch das Richtersfeld, das erscheint uns doch zu riskant.
Nach Reifenkauf und Essen im Wimpys in Rosh Pinah (das wirklich eine auffällig umtriebige Stadt ist mit sehr viel innerstädtischer Entwicklung) geht’s auf die Pad nach Sendlingsdrift zur Fähre nach Südafrika.
Die Grenzkontrollen sind weniger schwierig als erwartet. Der Beamte gibt uns einen Umschlag für seine südsfrikanische Kollegin mit (Liebesbrief??). Als uns seine Kollegin 440 NamDollar abnehmen will, unterbindet er das sehr deutlich und kategorisch. Mit “Good bye, have a good trip” werden wir ebenso deutlich verabschiedet. Wir wissen eh nicht, wofür die 440 N$ hätten sein sollen. Wahrscheinlich waren das die Gebühren, die auf den ausliegenden Merkblättern angekündigt wurden.
Dann geht alles erstmal ganz fix. Der Fährmann erspäht uns und kommt rüber von der anderen Seite. Die Fähre erinnert an die in Hemeln, fährt aber mit starkem Außenbordmotor und scheint den Drive des strömenden Wassers nicht auszunutzen.
Auf der südafrikanischen Seite nimmt es der Polizeigrenzposten genauer, zumal wir zuerst in das Policeoffice gehen. Wir hätten aber zuerst bei der Immigrations-Beamtin, für die auch der Brief (?), den man uns mitgegeben hatte, bestimmt war, uns die Einreisestempel holen müssen. Doch auch das ist nach 1/2 Stunden erledigt.
Bei der Parkverwaltung kaufen wir die Wildcard, da wir ja noch in einigen Parks in SA unterwegs sein werden.
Wir campen am Orange, sind völlig allein auf dem Platz. Die Stellplätze verschwinden im dichten Busch, wir suchen uns einen mit Blick (fast) auf den Fluss. Der übliche Aufbau, ich suche Feuerholz zusammen, liegt ja auch genügend trockenes herum.
Am nächsten Tag geht es richtig los in den Park.Wir kommen an einem Baum vorbei, dessen Wurzeln sich wahrscheinlich im Laufe von Jahrzehnten durch die Felsritzen gekämpft haben. Nun ist der Fels abgesprengt und durch Hochwasser weggerollt.
Weiter geht es, mit 4×4 und Prüfung der 3. Zähne. Klaus genießt die Herausforderungen, ich die immer wieder anderen, atemberaubenden Ausblicke in die Landschaft und Vegetation.
Manchmal komme ich mir vor wie in einem botanischen Garten, eine unvorstellbare Vielfalt an Pflanzen, sehr viele blühend. Das hatte ich gar nicht erwartet, nicht die Berge und nicht die Pflanzen.
Wir steigen oft aus, um zu kucken, zu staunen, zu genießen. Leider ist das angepeilte Camp nahe des Ausgangs noch gar nicht eröffnet oder schon wieder geschlossen. So verlassen wir den Park nachmittags wieder und gehen eher unwillig auf die Suche nach einer Unterkunft.
Wie so oft weiß Uschi Rat und geleitet uns zu einem Camp mit dem Namen “Tierkloof-Camping-ground”. Es soll ein kommunales Projekt sein. Die Pads werden immer kleiner und enger, und wir fragen uns, ob Uschi wirklich weiß, wohin sie will. Ein Farmer, der uns überholt, hält uns an, wohl weil er glaubt, wir hätten uns verfahren. Er weiß immerhin von dem Camp und beschreibt uns den Weg. Als die Sonne schon im Untergehen begriffen ist, kommen wir an. Es ist deutlich sichtbar, dass hier mal ein Camp (geplant) war.
Jetzt sind davon nur noch Reste zu sehen, wie die Klohäuschen, die echt afrikanisch auf ihre Sickergruben gebaut sind, in die sie nun hineinstürzen. Obwohl uns ein wenig unheimlich ist, bleiben wir die Nacht und leisten den Pavianen, die das Camp als Heimstatt betrachten, Gesellschaft.
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Drei Tage auf Goamus
28.7.2010 von Helga.
Das Camp hat jetzt ein “Gate”, bestehend aus ein bisschen Draht und zwei Stangen. Aber es erfüllt seinen Zweck und hält Kühe und Bokkies von der Campsite fern, so dass nur die alten Haufen noch rumliegen.
Offensichtlich ist in der Zwischenzeit (seit September 2009) kein anderer Camper hier gewesen. Der Platz wirkt eher ungepflegt, eine Sickergrube ist eingebrochen, die Ablutionblocks werden nicht gewartet, es tropft, sickert und sprudelt aus verschiedenen Lötstellen. Die herumfliegenden Plastikflaschen und Cooldrink-Dosen, die beim letzten Mal noch nicht da waren, stammen wohl eher von den Tagungen des Komitees.
Ich beseitige die Vogelkacke vom Waschbecken und aus dem Vorraum zu Klo und Dusche. Es ist leider doch, wie wir befürchtet haben: niemand kümmert sich wirklich.
Jackie alleine wird das aber auch nicht schaffen können, was zu tun ist: Bäume beschneiden, das tote Holz, was in Massen herum liegt, z.B. zu Feuerhol verarbeiten, Gras mähen, und nicht zuletzt den Teich und die Quelle in Ordnung bringen. Die Wasserleitungen müssen alle nochmal neu gelötet werden, die Donkeys müssen richtig angeschlossen werden (Kaltwasserzulauf unten, Heißwasserauslauf oben) und die Sickergruben müssen richtig angelegt werden und nicht nur Loch und Wellblech darüber!
Jackie überreicht uns zwar ein Schlüsselbund (und am nächsten Tag etwas kleinlaut eine Sprühdose Lufterfrischer fürs Klo…….), aber nur wenige Schlüssel passen tatsächlich auf die Türen.
Klaus bringt das Wasser zum Laufen, irgendwie geht es aber direkt an unserem Platz nur am Kaltwasserhahn, aufs Klo und zum Duschen gehen wir Richtung Wassertank. Klaus bringt den Donkey dort zum Laufen, und die Goamuswüstendusche ist wieder bereit.
Und das Pfund, mit dem man wuchern könnte, wie die alten Farmanlagen, wie die Teiche oben und unten, die Schafdippe, alles verfällt oder wird, wie der obere Teich so zerstört, dass binne kurzem die hohe Schilfwand völlig trocken stehen wird. Die Fische sind schon jetzt verschwunden, denn aus der unteren Dammmauer wurden große Steine entfernt, so dass das Wasser, das nicht direkt in den Tank geführt wird, einfach so weg läuft und der Teich in der Zeit seit unserem letzten Besuch fast völlig leerläuft.
Auch unten am Farmhaus geht der Verfall zügig weiter. Das Haus steht offenbar permanent offen, die Badewanne ist wieder mit Schutt gefüllt, die Toilette so funktionsunfähig gemacht, dass eine Reparatur nicht mehr lohnt. Oben am Windrad läuft dieses noch, aber der Absperrhahn ist noch immer nicht repariert worden, und damit nichts überläuft, ist der zweite Ablauf auch noch aufgemacht, und so läuft das Wasser einfach so raus aus “meinem Pool”, der nur noch zu einem Drittel gefüllt ist.
So richten wir uns ein, nur wenige Tage zu bleiben, und fahren auch nach drei Nächten wieder ab.
Jackie kommt ab und zu mit den Kindern, meist zum Frühstück. Die Kinder spielen herrlich in dem Gelände. Mit Verblüffung stelle ich fest, dass auch hier ein längerer Stock (Rudolf nimmt den campeigenen Schrubber) ausreicht, um ein Pferd zu haben. In Ermangelung eines zweiten Stocks bekommt Mila von Klaus seinen heißgeliebten Allzweckstock, der vor allem beim Lagerfeuer wichtige Aufgaben hat. Er befestigt ihr als Pferdekopf den Handfeger daran, und sie ist selig. Aus den Reklamebeilagen der AZ werden Masken, die die Kinder sehr gruseln/begeistern, und Schiffchen und Hüte.
Jacquoline bringt die Sprache auf die Frage nach angemessener Bezahlung von Campinggebühren und sagt, dass das Kommitee an 100 NamDollar/Nacht gedacht habe. Glücklicherweise habe ich ja Trummis Liste dabei, und lese/übersetze ihr einige Beschreibungen von Camps und die dort verlangten Preise. Auch erzähle ich ihr von Isreal, der das Erongo Plateau Camp managt, und welche Aufgaben er dort hat. Dass man dort jederzeit kommen könne, alles sauber ist, nicht erst aufgeräumt und gesäubert werden muss. Jackie erscheint nachdenklich. Klaus erzählt sie, dass es Ärger gegeben habe, nachdem wir das letzte Mal abgereist sind, weil wir nichts bezahlt hatten (da war ja noch weniger fertig als jetzt!). Er gibt ihr bei der Abreise 450 NamDollar für 9x campen, sie trägt es in das dicke, leere Buch ein, das für das Camp angelegt wurde.
Klaus betätigt sich als Gasflaschenflüsterer, allerdings mit fragwürdigem Erfolg. Ich habe Kaffeewasser aufgestellt, da Jackie gekommen ist. Klaus ist mit dem, was aus der frisch aufgefüllten 3 kg Gasflasche herauskommt, nicht zufrieden, und schraubt bei laufendem Betrieb an einer Schraube herum, die man wohl doch nicht anrühren sollte. Es tut einen seeehr harschen Blopp, das Gas strömt, sichtlich und vor allem hörbar befreit, mit einer Riesenflamme, da ja vom Auffüllen vom Vortag gut Druck drauf ist, aus. Das Ganze spielt sich erstmal dicht am Auto ab, an dem hinten ein gefüllter Benzinkanister (20 Liter) hängt. Ich schreie, weil Klaus immer wieder dicht an die brennende Gasflasche gehen will (ich denke, er will die Schraube wieder festdrehen), aber er will die Flasche irgendwie vom Auto wegkriegen… Ich denke gar nicht an das Auto, sondern an Klaus, und dass die Flasche bestimmt gleich richtig explodiert und dann scharfe Eisenteile rumfliegen und ihn schwer verletzen. Endlich findet er den Schlüssel und fährt das Auto ein Stück weg, während ich mit der Leiter vom Dachzelt schrittweise mitgehe. Die Sch…flasche brennt immer noch unendlich laut und mit Riesenflammen, ich muss Jackie und die Kinder ein bisschen wegscheuchen, und weiter schreien, damit Klaus nicht dran geht.
Dann ein tut es einen ohrenbetäubender Knall… die Flasche explodiert tasächlich..die Kinder schreien, Rudolf ist voller Angst weggelaufen. Zum Glück ist die Flasche nicht auseinander geflogen, sondern hat “nur” einen Riss. Klaus löscht die entstandenen Glutnester, das brennende Handtuch geht auch aus.
Rudolf erbt von Klaus den neuen Lederhut, der jetzt einen etwas deformierten Rand hat, Ohm Kassie den Stuhl, den wir sowieso weggeben wollten (der Knall war bis zu seinem Platz (immerhin 4km) zu hören), ob der positven Auswirkungen beruhigen sich die Gemüter wieder.
Am nächsten Morgen gibt’s keinen Kaffee, da auch der Brenner hin ist, das ist wohl am schwersten zu ertragen…!!!
Aber es gibt auch Positives. Ich kriege nach erneutem Seifenbad und feste dran drücken endlich den Dorn aus meiner Ferse, den ich dort seit dem ersten Tag im Berghaus stecken hatte. Das ist schon ein ziemliches Kaliber, was ich da rausziehe, und es tat ziemlich weh, da er senkrecht drin steckte. Nun heilt die Stelle schnell ab und ich kann meine Buschtreter endlich wieder richtig anziehen.
Die Abfahrt fällt uns dieses Mal nicht schwer, Klaus erzählt mir hinterher, dass er in den Nächten dort nicht gut geschlafen habe, da er fürchtete, in Auseinandersetzungen der verschiedenen Interessengruppen, die um Goamus rangeln, hineingezogen zu werden. So schnell werden wir wohl nicht wieder hinfahren.
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Auf nach Okaukuejo
14.7.2010 von Helga.
Nach zwei Nächten in Halali, davon mit einem Ruhetag dazwischen, an dem wir gar nicht fahren, geht es weiter durch den Park, an verschiedenen Wasserlöchern vorbei, Richtung Okaukuejo. Unterwegs stoppen wir, weil ein anderes Auto auch stoppt. Also rausfinden, wohin die kucken. Wie, die kucken ja am Auto runter!?! Da sitzt ein Schildrabe. Aha. Sie fahren dann zügig weiter, wir suchen vorsichtshalber die Gegend nochmal ab, ob auch etwas Größeres zu entdecken ist. Der Schildrabe hat seinen Standpunkt gewechselt, turnt oben auch den Dachzelten rum. Da dort nichts zu holen ist, setzt er sich zu Klaus auf den Rückspiegel. Na gut, don`t feed wild animals, wir haben altes Toastbrot zur Hand (warum????), der Schildrabe bekommt seine Bettelbelohnung.
Aber was macht der denn jetzt? Da kommt doch tatsächlich sein erwachsenes, schon sehr flügges Junges angekrächzt, bettelt Mama an, dass sie sich erbarmt, und tatsächlich, Mama macht die Hotelmama und würgt ihm sein Fresschen vor, das er sich sicher lange schon selbst suchen könnte. Nach einer Weile finden wir, dass der Kleine nun doch gross werden sollte, und fahren weiter.
Da wir erst bei Einfahrt in den Park reserviert haben, bleibt uns in Okaukuejo nur der “Notplatz” ohne Strom und richtigen Schatten. Mit langen Gesichtern sehen wir uns den unwirtlichen Platz an, dann fällt mir ein, dass am Office irgendwas von 50% reduction gestanden hat. Also wieder zurück, und siehe da, es gibt zwar kein freies Familienhäuschen mehr, aber b+b in zwei neben einander liegenden Doppelzimmern, die tatsächlich nur die Hälfte kosten (weil zu wenig Touristen im Anschluss an die WM gekommen sind, sollte das wohl ein Anreiz sein). Die Zimmer sind wirklich komfortabel und schön, schade, das keine individuelle Möglichkeit zur Selbstversorgung besteht. So gehen wir an beiden Abenden im Restaurant essen, bei fantastischem Service und sehr lekkerem Essen. Der Koch aus Namutoni sollte dort mal hospitieren!!
Und am allerletzten Tag, auf dem Weg aus dem Park heraus, noch ein besonderes Erlebnis: schon ein Weilchen lagen auffallend viele Elefantenköttel, viele abgerissene Zweige an der Seite, da mussten doch Elis sein!!!
Und kaum hatte ich’s gesagt, standen wir mittendrin, erst nur rechts, dann wechselten einige die Seite, bis wir in einer Herde von 30-40 friedlich “grasenden” Elafanten stehen, die keinerlei Anstalten machen, sich von uns stören zu lassen. Grosse und Kleine, Alte und Junge, alle sind damit beschäftigt, gemächlich zu fressen, ein Stückchen weiter zu gehen, der eine oder andere schaut auch mal näher zum Auto hin.
Wir vier sind ganz still, jeder mit schauen, staunen, die Nähe genießen, fotografieren, filmen beschäftigt, nur ganz leise verständigen wir uns. Welch ein Erlebnis!!
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Halali
12.7.2010 von Helga.
Nach einer Nacht wechseln wir nach Halali, fahren auf dem Weg dorthin verschiedene Wasserlöcher an, sehen die üblichen Verdächtigen, ausser Löwen. Und das Wasserloch in Halali, das mir letztes Jahr schon so gut gefallen hat, hat wieder seinen besonderen Reiz. Wir haben das Glück, den Stellplatz ganz in der Nähe zu bekommen, so dass die beiden jederzeit hinkönnen, um Ausschau zu halten.
Und ihre Ausdauer wird auch belohnt: Elefanten, streitende Nashörner, Hyänen, Antilopen verschiedenster Art, alle lassen sich blicken.
Nur auch hier wieder, leider kein einziger Löwe. Den beiden scheint es trotzdem zu gefallen, so sehr, dass sie wild entschlossen sind, die ganze Nacht am Wasserloch zu verbringen. Aber darüber und wie es ausging, sollen sie selber berichten.
Dann gab’s ja auch noch Fussball. Das Camprestaurant war drauf eingerichtet, hatte einen Riesenbildschirm organisiert, bei gekühlten Getränken und guter Stimmung sehen wir die erste Halbzeit von Holland gegen England.
Und auch in Halali gibt es Tiere, die von den Brocken der Touris leben. Sobald es dunkel wird, tauchen flinke Schatten auf, die beim Anleuchten schwarz-weiss sind: Honigdachse, die die Mülltonnen umwerfen und plündern. Wir machen uns einen Spass daraus, ihre Fährten zu verfolgen. Wenn man ihnen dabei aber zu nahe auf den Pelz rückt, werden sie ziemlich grantig und fauchen einen sehr erbost an. Das reguliert den Abstand…
Als wir am zweiten Tag, schon etwas müde vom vielen Spähen, kurz vorm Camp sind, versammeln sich in der Luft und am Boden viele Geier, dazu am Boden Schakale, die die Geier auf Abstand halten, weil sie nämlich das tote Zebra erstmal für sich beanspruchen.
Diese großen Vögel warten tatsächlich darauf, dass sie auch mal an den leckeren Riss kommen, den die Schakale “von hinten aufrollen”.
Ab und zu hopst ein Vogel näher, versucht mit gaaaanz langem Hals etwas zu ergattern, aber die Schakale verscheuchen ihn schnell, ebenso vorwitzige Artgenossen, die in der Hack-bzw. Fressordnung noch nicht an der Reihe sind. Leider geht es auf den Sonnenuntergang zu, wir müssen ins Camp. Dieses Schauspiel in allernächster Nähe mit zu erleben, hat uns alle sehr beeindruckt.
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Namutomi
11.7.2010 von Helga.
An den wilden Tieren vorbei, erreichen wir Namutoni, das weisse Fort, umgeben von einem Gewirr von leise klappernden Laufstegen. Jede 3. oder 4. Latte ist nämlich locker, und so bewegt man sich klappernd durch das Resort.
Die vielen Zebramangusten stört’s nicht, sie laufen auf oder unter den Stegen auf der Suche nach Genießbarem, von Touris verfolgt, die ihre Fotoapperate schwingen. Wir finden einen Stellplatz für die Nacht (auch für die folgenden Nächte in Halali und Okaukuejo können wir noch Plätze bekommen) und starten einen ersten Erkundungsgang zum Wasserloch. Aber oje, das ist ja eher was für Adleraugenleute, das Wasserloch seeeehr weit weg vom Beobachtungspunkt, und längere Zeit tut sich gar nichts, Lilith und Julian aber harren weiter tapfer aus.
Ich klappere zum Auto zurück, wir beschließen, im Innenhof des Fort essen zu gehen. Schade, dass die Qualität des Essens der stilvollen Athmosphäre des renovierten Forts so wenig gerecht wird. Der Koch scheint sich anatomisch nicht so wirklich auszukennen, weiß der Himmel, aus welchem Teil des Oryxes er die “Steaks” entnommen hat. Oder das arme Tier war Dauerläufer und ist an Überanstrengung gestorben?? Wir kämpfen uns tapfer durch und hoffen auf den nächsten Abend.
Danach nochmal zum Wasserloch, wieder nix, ich drehe schnell wieder ab Richtung Camp. Und dann, wieso haben die denn zwei Hunde dabei, die dürfen doch gar nicht in den Park!?! Bei genauerem Hinsehen sind es zwei Schakale, die auf leisen Pfoten eine Gruppe Camper beim Grillen umrunden, immer in der Hoffnung auf Ungeschicklichkeiten der Esser. Die scheinen von ihren heimlichen Gästen nichts mit zu kriegen. Als ich später mit Lilith vom Wasserloch zurückkomme, sind sie leider schon weg.
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9.6.2010 von Helga.
Nun ist es doch Plan A geworden (siehe Bild). Der Zeitrahmen ist fest, nach drei Wochen fliegen die Enkel zurück. Also werden wir die geplante Tour auf die Zeit verteilen, vll auch noch andere Ziele ansteuern, was weglassen, länger dort bleiben, wo es uns gefällt.
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erstmal der Reiseplan
8.6.2010 von Helga.
Abfahrt Göttingen Bahnhof— Ankunft Frankfurt Airport.
Nach dem Einchecken, ohne das lästige Gepäck, ausgiebig den Flughafen erkunden, Abendessen bei MacDonn, letzte SMS schicken, endlich ab in den Flieger. Nach mehr oder weniger schlafreicher Nacht lange Hälse am Fenster, erste Ausblicke auf den jetzt karg aussehenden Busch, vll auch die Etosha Pfanne. Landung Windhuk Airport bei hoffentlich strahlender Sonne. Klaus steht erwartungsvoll am Gate, nachdem wir den üblichen Einreisekram erledigt haben. Er führt uns zu unserer Neuerwerbung (HOFFENTLICH), das ist Plan A, oder zu unserem guten alten Landy, das ist Plan B, bestückt mit 2 Dachzelten und dem ganzen Campingkram, den wir in den nächsten drei Wochen brauchen werden. Da alles schon bereit ist, geht es gleich auf die Strasse nach Windhuk, durch Windhuk durch und auf der B1 Richtung Düsternbrook. Auf dem Weg dahin gibt es erste afrikanische Eindrücke, den einen oder anderen Pavian, auf der Farmpad nach Dü. gehts durch den Busch. Auf Düsternbrook schlagen wir unser Camp unten am Fluss auf, da sind wir ungestört und können die erste Nacht im afrikanischen Busch erleben bei hoffentlich gigantischem Sternenhimmel. Aber vorher erwartet uns die erste wirkliche Begegnung mit afrikanischen Tieren: wir machen die Geparden- und Leopardenfütterung auf einem offenen Safariauto. Wenn dann noch nicht die Augen müde sind, gehen/fahren wir das erste Mal, wieder im offenen Auto, eingehüllt in dicke Wolldecken, auf „Gamedrive“. Mit großem Glück sehen wir verschiedenes Wild, vll sogar Nashörner. Bevor wir unser Camp für die Nacht beziehen, gibt es ein Dreigangmenü mit den anderen Gästen in der Lapa, das ist ein strohgedecktes offenes Gebäude.
Nach üppigem Frühstücksbüfett am nächsten Morgen geht’s auf die Pad Richtung Spitzkoppe (196 km). Wandern, klettern, Aussicht genießen, erstmals braiien, Sternenhimmel…..
Über Uis und Sorris Sorris bis Twyfelfontein (232 km, bester frischer Obstsalat) mit Felszeichnungen (Tagesbesichtigung), dann im Camp Aba Huab nächtigen, Elefanten (hoffentlich ?!?)
Über Palmwag (96 km) zum Ongongocamp (86 km) mit warmem Wasserfall, vll sogar baden??
In Sesfontein (22 km) das alte Fort ankucken und Pommes essen unter Palmen.
Nach 100 km Camp Aussicht mit Dioptas Mine, wo man auch selbst suchen kann.
Über Opuwo, die „Hauptstadt“ vom Kaokoveld (70 km) weitere 140 km bis zu den Epupa Falls am Kunene
am Kunene entlang zu den Ruacanafällen (wenn sie denn fallen), Besichtigung des Staukraftwerks
durchs Ovamboland zur Tokofarm, Farmleben kennenlernen
Ombili Stiftung
Etosha Park
…....und damit fahren wir
Noch zwei Dachzelte drauf, unser Gepäck rein, und es kann los gehen.
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